Die Rumpfinspektion im letzten Jahr ergab eine gute Substanz aber auch ein strukturelles Problem. Die ursprüngliche Kompositbauweise – Stahlrumpf mit Holzboden – wurde im Lauf der Geschichte mit einem massiven Stahlboden verstärkt, der Holzboden verblieb im Schiff. Über die Jahre führte Feuchtigkeit im Schiffsinneren dazu, dass das Holz langsam verrottete.
Im September 2025 wurde das morsche Holz von Vereinsmitgliedern und freiwilligen Helfern in vielen Arbeitsstunden abgetragen, zur Rumpfinspektion im letzten Jahr schließlich restlos entfernt, um das Schiff zu schallen. Der Rumpf konnte nun von innen entrostet und konserviert werden, Jetzt fehlte aber der strukturelle Verbund zwischen den Bodenwrangen und den Stahlplatten der Bodensektion, den vorher die Holzbohlen bildeten.
Um Folgeschäden zu vermeiden, musste eine Lösung gefunden werden, die einerseits die Schiffsstabilität gewährleistet und gleichzeitig den Originalzustand geringstmöglich verändert. Frau Ipach von der Denkmalschutzbehörde wurde einbezogen, um die technischen Notwendigkeiten mit den rechtlichen Vorgaben in Einklang zu bringen, So fiel die Entscheidung für Verstärkungen aus verzinktem Stahl unter einigen Bodenwrangen, insbesondere im stark belasteten Bereich rund um den Mastfuß.
Der Zeitplan war eng getaktet. Die Märchentage mit Papiertheater in der Luke gerade vorbei und nur noch wenige Tage bis zum Altstadtfest mit Eventbühne an Deck. Bevor Marco Moje mit seiner Arbeit beginnen konnte, mussten Ulrike und Werner noch lose Farbe in der Bilge abgekratzten, die auf feuchtem Stahl im letzten Jahr nicht vernünftig haften konnte.
Die Verstärkungen wurden von Marco in seiner Horneburger Werkstatt passgenau vorbereitet, an Bord zeigte sich jedoch, wie nötig diese bereits waren: Bei ‚Niedrigwasserv im Fleth liegt die „Margareta“ mit der Steuerbordseite auf sandigem Grund, während unter der Backbordseite am Westfleth noch Wasser ist. Die Bodenplatten waren bereits leicht verformt, die vorproduzierten Querverbindungen mussten vor Ort noch angepasst werden.
In einem Arbeitszelt am Westfelth wurde der Feinschliff mit der Flex erledigt, bevor die Verstärkungen mit Hebelkraft und Hammerschlägen an ihre berechnete Position kamen und dort verbolzt werden konnten. Nachdem alle Feierabend machten, begann für Ulrike noch die Spätschicht unter Atemschutz – wo vorher lose Farbe abgekratzt wurde, musste ein neuer Schutzanstrich aufgetragen werden.
Abschließend haben Ulrike und Werner die Bodenbretter wieder aufgelegt und verschraubt, das Inventar wie Tische, Stühle und Bänke, Regale und Beleuchtung wurden aus Ulrikes Garage wieder an Bord gebracht, so dass die Eventbühne mit Regenzelt termingerecht zum Altstadtfest aufgebaut werden kann.