Ewer Margareta

Am 11. November 1896 unterzeichneten der Buxtehuder Schiffer Nikolaus Ecks und der Elmshorner Schiffbaumeister D. W. Kremer Sohn einen Vertrag für den Bau eines eisernen „Giegewers“ (einmastig) mit Holzboden.

Der Preis wurde mit 5.150.-Goldmark vereinbart. Der Liefertermin wurde mit Juni 1897 angegeben. Am 11. Mai 1897 war Stapellauf und Übergabe. Der Ewer wurde auf den Namen „Margareta“ getauft.

Technische Daten

  • Bodenlänge 53 Fuß
  • Bodenbreite 11 ½ Fuß
  • Decksbreite 15 Fuß
  • Tiefe von Deck bis Oberkante Boden 5 Fuß

– alles Hambürger Maaß –

Geschichte

Schon im Herbst 1898 musste nach einer schweren Havarie fast das ganze Vorschiff erneuert werden. Die Reparaturkosten betrugen 1.956,25 Goldmark. Nach dem Tode von Nikolaus Ecks übernahm im Jahre 1900 der Bruder Diedrich Ecks den Ewer und segelte zusammen mit seiner Frau als Besatzung mit allen greifbaren Frachten hauptsächlich auf der Elbe mit ihren Nebenflüssen.

Schiff und Besatzung erlebten bewegte gute und schlechte Zeiten. Immer wieder wurde das Schiff umgebaut um die unterschiedlichen Nutzungen zu ermöglichen. 1973 wurde der Ewer aus dem Binnenschiffsregister gestrichen. Zu einem Fähranleger umgebaut, wurde die „Margareta vor der Elbinsel Lühesand verankert.

Durch die Iniative des Tischlermeisters Ewald Martens erwarb der Förderverein „Altstadt Buxtehude e.V.“ den Ewer „Margareta“. Am 25. Mai 1987 kehrte sie nach 37 Jahren Abwesenheit im Schlepp der Barkasse „Plummslucker“  in ihren Heimathafen Buxtehude zurück.

Die ausführliche Geschichte der „Margareta“ ist unter der gleichnamigen Kategorie dokumentiert.

Typische Merkmale der Ewer

Über Jahrhunderte war der „Ewer“ das typische Frachtschiff der Niederelbe und der der Nordseeküste vorgelagerten Wittengebiete. Die Bezeichnung  taucht zum ersten Mal im Mai 1251 auf.

Durch die plattbodige Bauart sind Ewer in der Lage Reviere zu befahren, deren Wasserverhältnisse sich durch Ebbe und Flut ständig ändern. Insbesondere für die flachen Gewässer im Wattenmeer und die seichten Flussläufe sind sie ideal angepasst.

Darüber hinaus können Ewer problemlos trockenfallen, sei es um mit dem nächsten Hochwasser weiter zu fahren oder um in Ufernähe zu be- und entladen.

Der fehlende durchgehende Kiel wird durch Seitenschwerter kompensiert. Diese bedeuten zwar einen ungleich höheren Aufwand bei Segelmanövern, wirken aber sehr effektiv gegen seitliche Abdrift.

Spezialisierungen fanden je nach Fahrtgebiet und zu befördernder Fracht statt. Typische Spezialisierungen waren

  • Fischewer
  • Fährewer
  • Frachtewer

Während die frühen Ewer ausnahmslos aus Holz gebaut wurden, setzte sich mit der Zeit Schiffbaustahl durch. Zeitweise gab es noch eine Kompositbauweise mit Stahlrumpf und Holzboden.

Auch das Segel als Antriebsquelle verlor mit der Zeit an Bedeutung, nach und nach wurden die Ewer motorisiert.

Viele Ewer haben die Zeit gut überdauert und sind heute als Traditions- und Museumsschiffe – zum Teil auch noch in Fahrt – von Schiffsenthusiasten liebevoll restauriert.