Umfangreiche Restaurierung

Nachdem das Schiff von dem Wartehäuschen, überflüssigen Einbauten und Teilen befreit war, wurde der nun leere Rumpf am 16. Dezember 1987 aus dem Wasser genommen und am Hafen an Land gesetzt.

Da das bisher gesammelte Geld für den Bau des Pontons verbraucht war, wurden gezielt Sponsoren und Förderer gesucht. Ebenso wurden Zuschüsse bei der Stadt Buxtehude, der Stadtsparkasse und dem Landkreis beantragt. Nicht zu vergessen, die vielen großen und kleinen Spenden der Buxtehuder Wirtschaft, des Handwerks und der Bevölkerung.

Planung

Die Restaurierung erfolgte schrittweise nach Kassenlage. Die Planung war sehr sorgfältig durchdacht. Die Frage lautete: wann ist ein Schiff original restauriert? Als Originalzustand wählten wir den Zeitpunkt vor der Motorisierung.

Auf diese Planung aufbauend, ging es 1990 an die Arbeit. Da bei allen früheren Umbauarbeiten sehr sparsam vorgegangen wurde, waren viele Teile aus der Segelschiffzeit erhalten geblieben. Wo Teile entfernt wurden waren noch die Nietlöcher vorhanden. Anhand dieser Nietlöcher konnten wir zum Beispiel die genaue Größe der Ladeluke bestimmen.

Im Laderaum waren noch Spuren der Masthölzer zu erkennen. Hinter den angenieteten Püttingeisen fanden wir bei der Restaurierung den Originalfarbton der grünen Farbe, mit der die Innenseite der Schanz gestrichen war. Ebenso waren noch Reste der alten Lukendeckel vorhanden, nach denen wir die Holzart, Breite und Stärke der Bretter bestimmen konnten.

Nach der Restaurierung an Land – Steuerbordseite

Dokumentation

Dank der Tochter des Schiffers Diedrich Ecks sind fast alle schriftlichen Dokumente des Ewers „Margareta“ erhalten geblieben. Frau Frieda Ecks hat alles, was in irgend einer Weise mit dem Schiff in Zusammenhang stand, gesammelt und säuberlich verwahrt.

Konservierung

Die Restaurierung begann mit dem Konservieren des Rumpfes von außen. Nach dem Sandstrahlen wurde der Rumpf bis zur Scheuerleiste wieder schwarz gestrichen. Die in die Außenhaut eingebauten Treppen und Durchgänge wurden mit alten Schiffbauplatten wieder verschlossen, wobei auf die Nietgänge in den Planken geachtet wurde.

Metallarbeiten

Die Metallarbeiten führte ein erfahrener Schlosser aus, der sich auf die alten Arbeitsmethoden, wie nieten, schmieden usw. verstand. Die Schanz war im Vorschiff durchgerostet und musste erneuert werden. Die beiden Ladeluken wurden nach alten Maßen neu erstellt.

Holzarbeiten

“Margareta” wird zu Wasser gelassen

An Holzarbeiten waren vor allen Dingen neue Bodenspanten einzubauen. Der alte Holzboden war vor Jahren mit einem Stahlboden von außen abgedeckt worden und die Eichenspanien waren stark beschädigt. Nach dem Entfernen der alten Eichenspanten wurden neue Bodenspanten von 14 x 16 cm aus Lärche eingebaut.

Die Lukendeckel mit Mittelbalken, wurden nach vorhandenem Muster, wie aus dem Kontrakt von 1896 ersichtlich, aus Fichtenholz angefertigt. Dieser Kontrakt von 1896 war uns besonders wichtig, konnten wir doch Holzarten und Stärken einfach nachlesen.

Die großen Holzteile, wie Ruder und Pinne, Seitenschwerter, Mast und Bäume wurden von einer Werft in Friedrichskoog in ausgezeichneter Qualität angefertigt.

Beschläge und Rigg

Alle Beschläge für die Takelage wurden nach alten Zeichnungen aus Eisen gefertigt und feuerverzinkt.

Das Rigg lieferte eine Taklerei aus Hamburg, die sich auf die Anfertigung von traditionellen Takelagen und Riggs spezialisiert hat. Das Tauwerk ist synthetisch, in der Farbe von Hanf gehalten.

Fertigstellung

Die ganze Restaurierung wurde sehr behutsam, aber konsequent durchgefiihrt. Es wurden keine Zugeständnisse auf eine spätere Verwendung gemacht. Die Raumhöhen im Schiff entsprechen der Zeit der Erbauung. Die Takelage ist nur mit Tauwerk und Blöcken, nicht aber mit Witschen ausgestattet. Die Farbgebung des Ewers entspricht der früheren Zeit. Aus den vorgefundenen Farbresten ließen sich die Farben feststellen und im gleichen Ton anmischen.

Zweiter Stapellauf

Nach einem Jahr intensiver Arbeit wurde am 31. August und 1. September 1991 der 2. Stapellauf des Ewers gefeiert. Aus technischen Gründen wurde das Schiff schon am 27. August mit 2 großen Autokränen zu Wasser gebracht.

Quelle: Stadtarchiv Buxtehude, aus den Aufzeichnungen von Ewald Martens.