„Margareta“ während des Krieges

Aus dem Fahrtenkontrollbuch

Während des Krieges mussten die Schiffer ein Fahrtenkontrollbuch führen. Von der „Margareta“ liegt uns ein solches aus den Jahren 1942- 1944 vor. Es schildert anschaulich die Arbeitswelt eines Ewerschiffers, der inzwischen 70 Jahre alt, das Schiff alleine ohne weitere Besatzung führt. Auch über die Art der Ladungen gibt es umfassend Auskunft.

Fracht

So hat D. Ecks am Sonnabend, d. 19.8.1944 in Altona 9 Tonnen Soda und 20 Tonnen Zucker geladen, ist dann zur Peute gefahren und hat am Montag, d. 21.8. noch 10 Tonnen Mehl in Wilhelmsburg geladen. Mittwoch um 14.00 Uhr war er dann in Buxtehude an der Mühle, und Freitag wurde entladen.

In der folgenden Woche, am Montag hat er von der Flethmühle 47,7 Tonnen Mehl für Hamburg geladen, welches am Donnerstag von 7.00 Uhr- 16.00 Uhr gelöscht wurde.

Motorschaden

Am Sonnabend auf der Fahrt nach Buxtehude bekam er Motorschaden. Der Schaden muss beträchtlich gewesen sein, denn in den folgenden Wochen wurde das Schiff gründlich überholt und ausgebessert.

Beschäftigungslos war D. Ecks keineswegs. An der Kattaumühle wurde das Schiff mit Roggen beladen, dann per Hand zur Ahrensmühle gestakt und dort entladen. Die Ladungsmenge schwankte zwischen 40 und 50 Tonnen.

In der ersten Oktoberwoche hat er dann den Motor auseinandergenommen, gereinigt und wieder zusammengesetzt. Der inzwischen bestellte Ersatzglühkopf ist nicht gekommen.

Am Sonnabend, den 14.10.1944 fuhr D. Ecks mit der Bahn nach Warnemünde, um einen Ersatzglühkopf zu besorgen. Er ist 17 Stunden unterwegs – vergebens. Die Wochen vergehen mit Ausbesserungsarbeiten und Fahrten zwischen den Buxtehuder Mühlen.

Montag, 23.10.1944 Eintrag ins Buch: „Keine Ersatzteile für den Motor!“ Bis zum Jahresende nur noch Fahrten in Buxtehude.

Die letzte Eintragung überhaupt ist vom 05.01 .1945: „Lebensmittelkarten besorgt und Laderaum überholt.“ Diedrich Ecks ist jetzt 73 Jahre alt.

Nach dem Krieg liegt „Margareta“ neben der Kattaumühle gegenüber der Malerschule. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie D. Ecks alle paar Tage den Ewer mit einer Schwengelpumpe lenzte.

Er hat das Schiff aber nicht mehr in Fahrt gebracht.

Quelle: Stadtarchiv Buxtehude, aus den Aufzeichnungen von Ewald Martens.

„Margareta“ während des Krieges