“Margareta” verlässt Buxtehude

Pacht und Charter

Am 17.03. 1948 unterzeichnete Diedrich Ecks und der Schiffer Rudolf Wesselhöft aus Grünendeich einen vorläufigen Pachtvertrag über den Ewer. Dieser Vertrag wird dann am 05.06.1948 in einen Chartervertrag umgewandelt, in dem vereinbart wird, dass der Ewer zur Schiffswerft H. Sietas an der Lühe gebracht wird, um dort wieder fahrbereit gemacht zu werden.

Verkauf

Wie lange R. Wesseihöft den Ewer dann gefahren hat, ist nicht bekannt. Am 18. Jan. 1950 verkauft D. Ecks den Ewer „Margareta“ an den Grünendeicher Schiffer Heinrich Braack für 3.000,–DM. Die Buxtehuder Zeit des Ewers ist nun zu Ende.

Die guten Zeiten für die Kleinschifffahrt an der Niedereibe gingen immer schneller vorbei. Wie hart es manchmal zuging, hat mir die Tochter von Heinrich Braack, Frau Tiedemann, die bei ihrem Vater als Besatzung gefahren ist, erzählt. Im Winter wurde zur Nacht der Kajütherd aus Sicherheitsgründen nicht geheizt, so dass in der nicht isolierten Kajüte das Bettzeug an der einzigen Außenhaut des Ewers festfror.

Besitzwechsel innerhalb der Familie

„Margareta“ wurde dann noch einmal innerhalb der Familie Braack an den Bruder Johann Braack weitergegeben.

"Margareta" vor der Feth-Mühle
“Margareta” vor der Feth-Mühle

Letzte Boomjahre

Der letzte große Boom der Ewerschifffahrt auf der Este nach Buxtehude war Ende der 50-er, Anfang 60-er Jahre, als bei der Mühle Max Ahrens für die dänische Brauerei Tuborg Mais gemahlen wurde.

Der Mais wurde in Hamburg auf Ewer verladen und nach Buxtehude gebracht. Das Frachtaufkommen war so groß, dass die Ewer zum Teil schon in Cranz anlegten, um hier auf die Weiterfahrt zu warten bis in Buxtehude wieder ein Liegeplatz frei wurde.

Ein Ewer wird entladen
Ein Ewer wird entladen

Im Buxtehuder Hafen warteten bis zu 8 Ewer auf ihre Entladung. Gleichzeitig wurde das Maisschrot in Säcke auf Küstenmotorschiffe von ca. 200 to. Größe  verladen, um direkt zur Brauerei in Kopenhagen gebracht zu werden.

Für das Jahr 1966 ist das Frachtaufkommen genau bekannt: 415 Ewer beförderten 41.085 to Ladung. Die Kümos brachten es mit 142 Fahrten auf 27.911 to.

Frachtewer im äußeren Buxtehuder Hafen
Frachtewer im äußeren Buxtehuder Hafen

Dieses war alles schlagartig zu Ende, als die Flethmauer an der Fischerstraßenbrücke ins Fleet kippte und jede Durchfahrt für lange Zeit unmöglich machte.

Hiermit war auch die Zeit für den Ewer „Margareta“ zu Ende

Quelle: Stadtarchiv Buxtehude, aus den Aufzeichnungen von Ewald Martens.

“Margareta” verlässt Buxtehude