Schiffstyp Ewer

Typische Merkmale der Ewer

Über Jahrhunderte war der „Ewer“ das typische Frachtschiff der Niederelbe und der der Nordseeküste vorgelagerten Wittengebiete. Die Bezeichnung  taucht zum ersten Mal im Mai 1251 auf.

Durch die plattbodige Bauart sind Ewer in der Lage Reviere zu befahren, deren Wasserverhältnisse sich durch Ebbe und Flut ständig ändern. Insbesondere für die flachen Gewässer im Wattenmeer und die seichten Flussläufe sind sie ideal angepasst.

Darüber hinaus können Ewer problemlos trockenfallen, sei es um mit dem nächsten Hochwasser weiter zu fahren oder um in Ufernähe zu be- und entladen.

Der fehlende durchgehende Kiel wird durch Seitenschwerter kompensiert. Diese bedeuten zwar einen ungleich höheren Aufwand bei Segelmanövern, wirken aber sehr effektiv gegen seitliche Abdrift.

Spezialisierungen fanden je nach Fahrtgebiet und zu befördernder Fracht statt. Typische Spezialisierungen waren

  • Fischewer
  • Fährewer
  • Frachtewer

Während die frühen Ewer ausnahmslos aus Holz gebaut wurden, setzte sich mit der Zeit Schiffbaustahl durch. Zeitweise gab es noch eine Kompositbauweise mit Stahlrumpf und Holzboden.

Auch das Segel als Antriebsquelle verlor mit der Zeit an Bedeutung, nach und nach wurden die Ewer motorisiert.

Viele Ewer haben die Zeit gut überdauert und sind heute als Traditions- und Museumsschiffe – zum Teil auch noch in Fahrt – von Schiffsenthusiasten liebevoll restauriert.